Überfüllte Tierheime

Hallo zusammen,

vor Kurzem erschien in unserer Tageszeitung ein Artikel, den wir gerne zum Anlass nehmen wollen, einen neuen Artikel auf unserer Seite zu schreiben.

In dem Artikel in der WAZ ging es um die unhaltbare Lange in den Tierheimen und das Problem der ausufernden Anzahl der Straßenkatzen. Aus eigener Erfahrung kann Kasia diese Einschätzung für das Tierheim Essen bestätigen.  Dort sind die Möglichkeiten insbesondere Katzen aufzunehmen inzwischen erschöpft.

Mangelnde Verantwortung

Das Erschreckende für Kasia und mich ist immer wieder wie unsentimental und verantwortungslos mit den eigenen Haustieren umgegangen wird. Wir haben es damals bei unserer Pflegekatze Sami erlebt, dass sie in dem Moment als sie krank und damit teuer wurde, von ihrem Besitzer  einfach rausgeworfen wurde. Das Gleiche galt auch für unsere Maja, die nicht mehr als Gebährmaschine taugte. Es ist traurig, wie schnell viele bereit sind, ihr Tier abzugeben, wenn es nicht mehr den Anforderungen entspricht, plötzlich doch Arbeit oder vielleicht sogar ungeplante Kosten verursacht.

Es macht uns auch immer wieder wütend zu sehen, wie Besitzer ihre „geliebte Katze“ im Tierheim abgeben (oder aussetzen), nur weil die Frau schwanger geworden ist. Als Argument werden Krankheiten oder generelle Gefährlichkeit der Katzen für das Neugeboren angegeben. Kasia ist zur Zeit selbst schwanger und uns käme es nicht im Entferntesten in den Sinn, unsere Katzen abzugeben. Im Gegenteil, wir freuen uns darauf, dass unser Kleiner gleich von Anfang an, den Umgang mit Tieren lernt. Dazu ist die Wahrscheinlichkeit von Allergien bei Kindern, die mit Tieren aufwachsen, viel geringer als bei anderen.

Für uns ist es einfach nicht nachvollziehbar, wie ein Haustier, welches eine emotionale Bindung anbietet und eingeht, mir-nichts-dir-nichts abgegeben werden kann. Vielleicht sind wir an dieser Stelle zu romantisch und gefühlsdusselig, aber missen wollen wir die Zuneigung und das Vertrauen, dass uns unsere Tiere entgegenbringen auf gar keinen Fall.

Auch fehlende Geldmittel können für uns nur bedingt als Argument dienen, da Kasia in der Zeit ihres Studiums selbst lieber an sich, als an Baks sparte. Andreas hat selbst hier im Tierheim Essen jemanden getroffen, der eine Katze aus „wirtschaftlichen Gründen“ abgab, danach sich aber sofort eine Zigarette ansteckte und in sein aufgetuntes Auto stieg.

Unkastrierte Freigänger

Die Tierschutzorganisation PETA und mit ihr viele Tierheime fordern seit Jahren ein kommunales Programm zur Kastration von Freigängern und Straßenkatzen. Nun mag man nicht mit jeder Forderung von PETA übereinstimmen, aber an dieser Stelle haben sie recht! Wir haben in unserem Blog schon häufiger über fremde Katzen in unserem Innenhofgarten berichtet. Viele von diesen sind ebenfalls nicht kastriert. Woher sie kommen und wohin sie gehen, wissen wir nicht, aber nicht alle sehen wie Straßenkatzen, sondern wie Freigänger aus, die große Touren unternehmen.

2009 lebten laut Statistischem Bundesamt ca. 8 Mio Katzen in deutschen Haushalten. Es gibt zwar keine konkreten Zahlen wieviele Straßenkatzen in deutschen Städten leben, aber seriöse Schätzungen gegen alleine für den Raum Berlin von ca. 100.000 Streunern aus. Dazu kommen nochmals ca. 130.000 Katzen in Tierheimen und Tierasylen in Deutschland.

Diese Zahlen machen deutlich wie wichtig es ist, dass die Tiere auf den Strassen nicht noch mehr werden! Sollten Sie Freigänger besitzen, bitte lassen Sie diese kastrieren! Und sollten Sie eine Futterstelle für Streuner eingerichtet haben, bitten wir Sie genauso, mit dem Tierheim/Tierschutz vor Ort Kontakt aufzunehmen und über die Möglichkeit der Kastration der besuchenden Tiere zu sprechen.

~ von humbold75 - 7. November 2010.

Eine Antwort to “Überfüllte Tierheime”

  1. Ich habe Ende Mai 2010 selbst zwei zehnjährige Perserkatzen zu mir genommen, die aufgrund von Zuwachs unsauber geworden sind. Sie lebten 10 Jahre bei dem Pärchen.

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