Etwas ganz anderes! Eine Wurmfarm!

Wir haben uns etwas überlegt – dies ist zwar ein Blog über Katzen, aber viele von uns haben auch andere Interessen. Bei uns ist das unter anderem unser Garten und die damit verbundenen Themen.

Heute, wollten wir euch von unserer Wurmfarm berichten und wie man normale Küchenabfälle in einen wertvollen Humus verwandeln kann. Da wir „Biogärtner“ sein wollen, ist so ein Wurmhumus ein perfekter biologischer Dünger für unseren Gemüsegarten. Und das für wenig Geld nur mit ein bisschen Abfall aus der Küche.

Aufbau unserer Wurmfarm und Anzucht von Kompostwürmern

Unsere Wurmfarm ist bereits 1,5 Jahre alt. Wir haben schon die erste Erfahrungen gesammelt und wollten diese mit anderen „Wurmbegeisterten“ teilen.

Am Anfang muss man dazu sagen, dass es viele Wurmarten gibt. Wir haben uns für einen Rotwurm (Kompostwurm, Eisenia foetida) entschieden. Kompostwürmer fressen abgestorbene Pflanzen und Mineralteilchen.  Die ausgeschiedenen krümeligen Häufchen sind fruchtbarer als alle anderen Erdarten.

Wir haben uns zu Anfang einen Anzuchteimer von der Firma Superwurm gekauft. In diesem Set war ein Eimer, die Anzuchterde, 1000 Wurmkokons und Wurmfutter erhalten. Die Anzucht von den Wurmen lief total einfach und problemlos. Es wurde die Erde in den Eimer gekippt, die Kokons untergemischt, danach ein bisschen von dem Futter beigemischt und leicht angegossen. Das Füttern und Gießen wurde wöchentlich wiederholt und nach 6 Wochen hatten wir einen Eimer voller Würme.

Wer keine Kokons haben möchte, sondern schon ausgewachsene Würme kann diese auch sofort kaufen. Am Besten direkt eine große Anzahl, sonst dauert es lange, bis die Wurmfarm alle unsere verwertbaren Abfälle verarbeiten kann. Bei einer hohen Populationsdichte werden sich die IMG_3705Würmer auch schneller vermehren, als wenn nur eine geringe Anzahl von ihnen im Substrat wäre.

Das richtige Substrat für eine Wurmfarm

Als Basissubstrat für diese Wurmfarm empfehlen wir schlichte Erde aus dem eigenen Garten zusammen vermischt mit Kokosfasern und Pappe. Perfekt dafür eignet sich auch Kompost, in dem die Heissrote längst abgeschlossen ist. Dabei ist darauf zu achten, dass es sich um eine nicht zu nasse, lockere Erde handelt. Reiner Lehmboden eignet sich nicht und vorgedüngte Gartenerde aus dem Baumarkt darf auf keinen Fall als Substrat verwendet werden!

Wir haben inzwischen so viele Würmer, dass wir auch unseren Komposter, der im Garten steht, mit ihnen impfen. Die Würme haben dort auch den Winter überlebt. Unsere Wurmfarm dagegen steht in unserem Wasch- und Heizungsraum, wo Temperaturen um ca. 22 Grad herrschen. Einfach perfekt für die Würmer. Ihre Aktivität und Vermehrung hängt nämlich von der Temperatur ab.

Wurmfarm im Eigenbau

Schnell war der Eimer für unsere Würmer zu klein so dass wir uns einen Wurmbehälter, nach Anleitung von der oben genannten Firma, selbst gebaut haben. Der Link zu dem Film findet ihr hier. Es war einfach und bis heute funktioniert das Ganze tadellos.

Das perfekte Futter für unsere Wurmfarm

Die Würmer wurden immer größer, das Anzuchtfutter war inzwischen aufgebraucht und wir haben langsam angefangen  pürrierte Küchenabfälle dazu zufüttern. Wenn man die Küchenreste nicht zerkleinert, dauert es ziemlich lange bis die Würme diese fressen können. Die Abfälle müssen zuerst durch Bakterien vorbereitet werden. Würme haben keine Zähne, weshalb das Futter sehr weich bis flüssig sein muss. IMG_3759Die Würme benötigen Sauerstoff, daher sollten stets aerobe Bedingungen herrschen. Wir mischen deshalb trockene Kokosfaser, Eierverpackungen, manchmal ein bischen Sand ein. Vor kurzem haben wir auch Holzspäne ausprobiert. Es ist wichtig, das es immer nur kleine Mengen sind und das die Späne aus unbehandelten Holz stammen.

Was unsere Würmer sehr mochten war … Pferdemist. Wir haben das von Pferden, die im Moment keine Medikamente, besonders, keine Entwurmungsmittel bekommen. Das ist natürlich sehr wichtig!

Was man verfüttern darf:

ungekochte Küchenabfälle wie Apfelkitschen und Gemüsereste, Teebeutel, benutzte Kaffeefiltertüten, Salatblätter, Grasschnitt (nicht zu viel auf einmal, da aufgrund der Heißrotte die Temperatur im Substrat zu stark steigt).

Ein weiterer Trick um die Verfügbarkeit der Abfälle für die Würmer zu beschleunigen ist, das Wurmfutter einzufrieren bevor Sie es an die Würmer verfüttern. Wenn die Küchenabfälle aufgetaut sind, werden sie wesentlich weicher als vor dem Einfrieren. Man kann auch in einem Eimer die Abfälle vorkompostieren.

Was man nicht zu viel geben sollte:

Knoblauch, Zwiebeln, scharfe Paprika, Kot von Pflanzenfressern (Meerschweinchen, Kaninchen).

Was absolute No-Gos sind:

Speisereste, Fleisch, Katzen- und Hundekot (auch aus hygienischen Gründen, da Fleischfresser).

Ein guter Ratschlag ist, dass man niemals die ganze Oberfläche einer Wurmfarm mit Futter zu bedecken sollte, damit der Gas/Luftaustausch des Substrats nicht gestört wird. Es empfiehlt sich, hin und wieder das gesamte Substrat umzurühren, um es zu lockern und zu belüften. Dieses wirkt u.a. auch der Fäulnisbildung entgegen. Es ist am Besten speziell für den Wurmkompostanfänger neues Futter immer nur über die halbe Wurmfarm zu geben.

Versauerung des Wurmsubstrats

Womit jeder irgendwann Probleme bekommen kann, ist das Versauren des Wurmsubstrats. Man erkennt das oft daran, dass die Rotwürmer sich nicht mehr vermehren, dass der Anzahl von unerwünschten, weißen Würmern der Familie Enchyträen gestiegen ist und dass vermehrt Fruchtfliegen auftreten. Gegen Fruchtfliegen hilft ein Glas Appfelessig mit einem Tropfen Spüllmittel, dass in der Nähe der Wurmfarm platziert wird. Um pH-Wert des Bodens zu erhöhen, haben wir stetig kleine Mengen Algenkalk auf die Oberfläche gestreut. Dazu kam auch das Mineralienfutter, das alle wichtigen Spurenelemente beinhaltet. Die Würme brauchen Cellulose um sich zu vermehren. Das Zusatzfutter liefert die wichtigen Stoffe aber man kann auch Pappe zufüttern. Dass hat auch den zusätzlichen Effekt, dass es den Substrat ein wenig auflockert (siehe oben).

Bei uns steht die Wurmfarm offen. Das hat den Vorteil, dass der Humus nicht zu nass wird und dass die Würmer sich nicht oben sammeln, weil die Wände zu feucht sind. Uns ist es nur einmal passiert, dass die Würme versucht haben zu flüchten – weil damals der pH-Wert des Bodens zu niedrig war. Wie die Flucht der Würmer aus dem Behälter verhindert werden kann, falls die Bedingungen einmal nicht optimal sein sollten, ist in dem oben verlinkten Video gut beschrieben.

Wurmfarmen kaufen

Es gibt natürlich auch verschiedene, bereits fertige Wurmfarmen zu kaufen, hierzu gibt es im Internet ein grosses Angebot. Wir haben diese allerdings (noch) nicht ausprobiert. Sollte unser Behälter uns nicht mehr ausreichen, werden wir wahrscheinlich diese Wurmfarm testen wollen.

IMG_4835[1]Ein weiteres Pro für eine Wurmfarm haben wir auch noch: es ist ganz toll für die Kinder! Unsere beiden Söhne helfen da ganz gerne, beim Füttern, Wurmhumus entnehmen usw. Die Beiden sind ganz begeistert und stellen ganz viele Fragen. Damit können wir unsere Kindern für einen weiteren Aspekt der Natur begeistern!

Was will man mehr?!

 

 


 
%d Bloggern gefällt das: