Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)

Wie alle geschätzen Leser unseres Blog wissen, litt unsere liebe Maja an der polyzystischen Nierenerkrankung (engl.: Polyzystic Kidney Disease) . Wir haben viel im WWW nach Informationen zu dieser Krankheit gesucht und es war leider gar nicht so einfach diese zu finden. Darüber hinaus mussten wir leider feststellen, dass das Wissen auch der Tierärzte hier in der Gegend über diese Krankheit nicht allumfassend ist, was vielleicht daran liegen mag, dass es hier nicht so viele Rassekatzen, wie in anderen Teilen der Bundesrepublik gibt.

Nach einigem Suchen sind wir auf die Seite der Tierarztpraxis Dr. Rottmayer gestossen. Frau Dr. Rottmayer hat uns freundlicherweise erlaubt, aus ihrer Seite zu zitieren und wir wollen an dieser Stelle unsere eigenen Erfahrungen in diese Seite miteinfließen lassen. Wir nehmen uns daher die Freiheit den Text in Struktur und Aufbau etwas zu ändern, den Originaltext finden sie hier.

Die polyzystische Nierenerkrankung der Katze (PKD)

Die polyzystische Nierenerkrankung ist eine Erbkrankheit der Katzen, welche mit den Erbanlagen weitergegeben wird. Das krankmachende Gen wird dominant vererbt, sodass viele Nachkommen betroffen sind. Die Erkrankung tritt besonders häufig bei Perserkatzen auf. Trotzdem wird PKD auch bei den Rassen Exotic Shorthair, Maine Coon, British Shorthair, Kartäuser und Norwegische Waldkatze beobachtet, also bei den Rassen, bei denen Perserkatzen zum Erreichen bestimmter Merkmale eingekreuzt wurden. Daher ist auch bei Mischlingen von Perserkatzen mit dem Auftreten dieser Erbanlagen zu rechnen. Da Perserkatzen besonders stark betroffen sind, ist ein Befall von 25 % aller Tiere nicht selten. Bei manchen Züchtern können sogar 80 % der Zuchttiere betroffen sein.

Die Zysten treten nicht nur in den Nieren, sondern auch in anderen Organen, hauptsächlich in der Leber (10 % der Fälle), auf. Dieses war auch bei unserer Maja der Fall, deren Leber zum Schluss ebenfalls im Ultraschallbild stark verändert war.

Nach dem Tierschutzgesetz (TSchG) ist es strikt verboten, mit Tieren zu züchten, wenn damit gerechnet werden muss, dass bei deren Nachkommen Erbschäden auftreten (§ 11 b TSchG). Eine Züchtung mit Katzen, die diese Erbanlagen tragen, ist als sogenannte Qualzucht strafbar. Bedenkt man nun, dass unsere Maja wahrscheinlich eine Zuchtkatze war, bevor der Vermehrer sie aussetzte und sie dann über das Tierheim in Essen zu uns kam, so muss man leider davon ausgehen, dass auch ihre Nachkommen, an dieser Krankheit leiden (werden).

Eine Untersuchungsmöglichkeit besteht darin, das Tier auf das Vorhandensein von Zysten zu untersuchen. Dies ist am besten mittels Ultraschalluntersuchung möglich. Eine sichere Diagnose ist ab einem Alter der Katzen von 10 Monaten möglich. Frühere Untersuchungen sind möglich, können aber nur einen Verdacht aussprechen. Voraussetzungen für das Auffinden der Zysten, die in diesem Alter oft nur weniger als einige Millimeter groß sein können, sind ein hochfrequentes leistungsstarkes Ultraschallgerät (hochpreisige moderne Geräte) sowie ein erfahrener Untersucher. Besonders schwierig kann es werden, wenn sich Zysten im Bereich des Nierenbeckens befinden, da flüssigkeitsgefüllte Hohlräume gleiche Bilder erzeugen.

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (BpT) prüft jährlich Tierärzte, die mit ihrem eigenen Ultraschallgerät Katzen sicher befunden müssen. Nur diese erhalten nach der bestandenen Prüfung die Genehmigung Untersuchungen an Katzen durchzuführen und diese auch zu zertifizieren. Die Bescheinigung wird zusätzlich zu den Zuchtunterlagen aufbewahrt und kann den Zuchtwert einer Katze steigern. Eine Liste der vom BpT zugelassenen Untersucher finden Sie auf deren Homepage unter www.bpt.de.

Mittlerweile hat sich auch ein Gentest etabliert. Dabei wird eine Blutprobe in einem aufwendigen und teuren Labortest auf das Gen untersucht, welches Zysten verursacht. Dieser Test ist allerdings nicht für alle Katzenrassen zugelassen.

Allgemein gilt: Züchter, die keine Bescheinigungen über die PKD-Freiheit der Zuchttiere vorweisen können, sind entweder nicht genügend über die PKD-Problematik informiert oder nicht seriös!

Krankheitsbild:

Wird eine Katze erkranken, deren Eltern Zysten haben oder sie selbst?

Das ist nicht vorhersehbar. Selbst sehr grosse Zysten müssen weder zum Ausbruch der Erkrankung (Nierenfunktionsstörung) noch zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen. Ob Symptome auftreten, hängt hauptsächlich von der Geschwindigkeit ab, mit der sich die Zysten in den Nieren vergrössern. Das funktionierende Nierengewebe wird verdrängt und beschädigt. Schmerzen können durch eine Dehnung der Nierenkapsel aufteten, wie wir es bei einer Nierenkolik kennen. Besonders bei Katzen mit PKD, aber auch bei älteren Katzen kann eine jährliche Überprüfung der Nierenfunktion und damit das rechtzeitige Erkennen von Veränderungen und Einleitung von therapeutischen Massnahmen zu einer Steigerung der Lebenserwartung führen.

Wenige kleine Zysten verursachen keine Symptome, auch die Nierenwerte im Blut bleiben unverändert. Viele und/oder grosse Zysten können das Nierengewebe nahezu völlig verdrängen. Die Funktion der Nieren lässt allmählich immer mehr nach, es entsteht eine chronische Niereninsuffizienz (Insuffizienz = Funktionseinschränkung) bis zum Nierenversagen.
Außer der PKD verursachen noch andere Faktoren eine chronische Niereninsuffizienz. Die Behandlung ist in allen Fällen nahezu identisch. Etwa die Hälfte aller Katzen über 10 Jahre zeigen Anzeichen dieser Erkrankung. Die chronische Niereninsuffizienz ist daher die häufigste Todesursache bei Katzen. Eine Früherkennung ist mittels aufwendigem Nierenfunktionstest oder mit der Bestimmung des Kreatinin-Protein-Quotienten im Urin möglich. Eine einfache Blutuntersuchung kann dies nicht gewährleisten, denn wenn die Nierenwerte im Blut ansteigen, sind schon etwa 75% der Nierensubstanz geschädigt. Verdächtig sind Katzen, die älter als 10 Jahre sind, allmählich abnehmen und/oder allmählich mehr trinken, bzw. mehr Urin ausscheiden.

Die Symptome der Erkrankung sind:

  1. die Katze trinkt mehr
  2. das Haarkleid wird struppig
  3. die Katze wird dünner
  4. die Katze riecht aus dem Mund
  5. die Katze erbricht, hauptsächlich nachts
  6. die Katze wirkt abwesend, ist in der Nacht aber unruhig
  7. die Katze hat manchmal keinen Appetit

Bei unserer Maja traten insbesondere die Punkte 2., 3., 5. und 6. auf. Leider haben wir diese nicht als Symptome der PKD erkannt.

Die chronische Niereninsuffizienz, die durch eine PKD oder andere Faktoren ausgelöst wird, kann nicht geheilt werden. Sie schreitet langsam fort. Die Behandlung der Erkrankung hat zum Ziel, das Fortschreiten zu verlangsamen. Die wichtigste Säule der Behandlung ist die Umstellung der Ernährung auf eine spezielle Nierendiät. Dies sollte unter tiermedizinischer Aufsicht erfolgen, daher sind die Diäten nur über den Tierarzt zu beziehen. Eine weitere Maßnahme ist die Reduktion der Proteinausscheidung über den Urin. Auch homöopathische Medikamente können hilfreich sein.
Bei akut erkrankten Katzen, die nicht mehr fressen und/oder erbrechen, wird zunächst versucht durch Infusionen und Medikamentengaben die Tiere zu stabilisieren. Danach ist ebenfalls eine Umstellung auf eine Nierendiät erforderlich. Je nach Schweregrad werden noch andere Medikamente empfohlen.
Ansonsten können die Katzen ein m.o.w. normales Leben ohne nennenswerte Einschränkungen der Lebensqualität führen. Viele Katzen mit chronischer Niereninsuffizienz brauchen außer ihrer strengen Diät keine weitere Medikation.


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